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Zum Ergebnis der Untersuchung der FH Köln



Zum Ergebnis der Untersuchung der FH Köln des Hauses Meer als Gesamt-denkmal
(Presseerklärung von Dr. Herbert Jacobs am 17. Juli 2002)

1.

Das eindeutige Bewertungsergebnis aller Denkmal-Experten im Rahmen der ergebnisoffenen FH Untersuchung des Hauses Meer in allen seinen Teilen als denkmalwürdig und damit als Gesamtdenkmals ist für alle Freunde dieses einmaligen Kulturdenkmals in unserer Stadt Meerbusch ein Tag der Freude. Dennoch: Zum Siegesjubel besteht kein Anlaß. Es ist jedoch ein wichtiger Etappenerfolg, weil ein unumstößlicher, zugleich fundamentaler, nicht mehr und nicht weniger.

Warum ? Wer in der Runde bei den Gegnern einer öffentlichen kulturellen Nutzung und damit des vorrangigen Kaufs des Grundstücks Meer durch eine gemeinnützige Institution oder die öffentliche Hand die Miesepeter-Mienen sah, wiederum nur als erstes Thema die Frage “Geld” hörte und den Vorschlag zur Kenntnis nehmen durfte, wie so oft in der Politik mit einem Gutachten für die Nutzung auf entscheidungshemmenden Zeitgewinn zu spielen — der war sich bewußt, welch harte Überzeugungsarbeit noch vor den Freunden und Förderern des Hauses Meer liegt, das wie keine andere Möglichkeit endlich Sinn und ldentifikation für die Entwicklung unserer einst künstlich gewordenen Stadt bietet.

Dies läßt auch die Presseverlautbarung des Grundstückseigentümers Agne vor oder nach der Verkündigung des Untersuchungsergebnisses verfaßt ? – mit einem fröhlichen “Weiter so!” erkennen.

 
2.
Die bedeutsamsten Ausführungen waren die von Martin Vollmer- König, Amt für Bodendenkmalpflege:” Hochkarätiges Bodendenkmal; außerordentlich bedeutungsvoll für die Geschichte der Stadt Meerbusch, auch durch die sonstigen Ländereien für die gesamte Siedlungsstruktur”. “Die archäologische Präsentation der Anlage wäre das beste” (so wie es der Rat schon 1982 für die Bevölkerung gefordert hat !). Ebenso die von Dr. Helmtrud Köhren- Jansen, Rheinisches Amt für Denkmalpflege: “Das Areal trägt nicht nur die einzelnen Elemente als Denkmal, sondern ist ein gesamtes Baudenkmal”.
 
3.
Das eindeutige Ergebnis des Gutachtens hat, und deswegen bringt es die Gegner so auf den Plan, zwei Dimensionen für unsere Stadt:
Erstens die Anerkennung als bedeutsames Denkmal, das nur noch kulturell zu nutzen ist. Zweitens: Aufgrund seiner Geschichte, seiner zentralen Lage und seiner Sinn und Identifikation stiftenden einmaligen Bedeutung für unsere Stadt beeinflußt es ihre gesamte Entwicktungsplanung und grundsätzlichen Planungsziele. Denn diese müssen sich hierauf als dem Herzen unserer Stadt mit den entsprechenden kulturellen zentralen Stätten und Einrichtungen für alle Stadtteile ausrichten.
 
4.
“4 in 10— Programm”

a) Als erstes steht der Erwerb des Haus Meer vom Eigentümer an. Der wirtschaftliche Verkehrswert tendiert zu Null Euro für jeden Investor, der kommerziell nutzen will, nachdem eine so eindeutige Bewertung als Gesamtdenkmal von allen Fachbehörden vorliegt und nach deren Bestreben hoffentlich bald die endgültige Unterschutzstellung des Gesamtareals erfolgt.
Diesen Erwerb könnte der eingetragene und gemeinnützige Förderverein mit Hilfe der Stadt u.a. öffentlicher Stellen leisten. Der Verein würde sich durch Satzungsänderung den Mitsprachen und Kontrollen von Politik und Verwaltung der Stadt in seinen Gremien öffnen.

Die Remise müßte als erstes in Angriff genommen werden, weil am höchsten vom Verfall bedroht. Dabei sollte gemäß der FH Köln die Alternative eines kompletten Wiederaufbaues nach einem bestehenden Nutzungskonzept gewählt werden.

b) Sodann müßte der Park nach den alten Weyhe-Plänen und - Umsetzungen mit dem Eiskeller wiederhergestellt werden.

c) Die Archäologie von Kirche und Kreuzgang müßte präsentiert werden.

d) Als 4. müßte das Schloßareal mit einem architektonisch wertvollen modernem Bau bebaut werden. Er sollte einen multifunktionalen Saal für kulturelle und repräsentative Veranstaltungen aufnehmen sowie Räume für Ausstellungen. Dazu gehört nach Vorstellungen von Martin Martin Vollmer-König vor allem das, was aus der Motte an historischen Funden z.Zt. im Besitz des Landesmuseums in Bonn und in Linn ist, denn die Motte mit ihren Funden ist eine Entdeckung von europäischem Rang.

e) Ob eventuell noch die Klostermühle u.a. ehemalige Bauten wiederhergestellt werden können, sollte später entschieden werden.

Jedenfalls Remise, Park, Archäologie-Präsentation und Schloßarealbau sollten in einen 10-Jahresplan aufgenommen werden, in dem sich Investition und Finanzierung mit Betriebs-kosten strecken läßt.

 
5.
Bedeutung für den Kreis Neuss und die Region

Das Gutachten der FH Köln stellt für alle Bereiche fest, dass die denkmalwerte Qualität für Park, noch bestehende Bauten wie Remise und Archäologie auch von außerordent-licher regionaler Bedeutung ist. So würde im Kreis Neuss neben der Insel Hombroich (Kunst parallel zur Natur) und Schloß Dyck (Zentrum der Gartenkunst und Landschafts-kultur) ein dritter Flecken dem Marketingkonzept des Kreises “Garden of Eden” einen weiteren herausragenden Akzent geben.

 
6.
Finanzierung

Der Förderverein Haus Meer e.V. ist gemeinnützig anerkannt und kann Spenden-quittungen für die Mitglieder und Spender ausstellen. Es soll eine Bausteine-Aktion gestartet werden. Ferner sind Private und Firmen sowie Institutionen in der Stadt wie Rotary und Lions auf Spenden anzusprechen. Die bestehenden Stiftungen des Kreises und der Sparkasse für Kultur sind zu engagieren. Darüber hinaus sollten neben der Stadt der Kreis, der Landschaftsverband und das Land auf öffentliche Zuschüsse angesprochen werden. Fernziel könnte eine Stiftung “Haus Meer” sein, in der der Verein mit dem gesammelten Kapital Mitstifter sein könnte.

Der Schatzmeister des Vereins, Vorstandsmitglied der Sparkasse Neuss, ist Garant für eine professionelle Verwaltung von Vermögen und Finanzen; diese finanzielle Verwaltung ist ehrenamtlich und kostenlos.

Dass kulturelle Vorhaben wie Haus Meer finanziell zu bewältigen sind, zeigt die Nachbarstadt Kaarst. Sie hat dank der EUROGA 2002 plus drei goldene Eier im Nest, nämlich den Tuppenhof, die Braunsmühle und den Nordkanal.

 
7.
Eigeninitiative

Die beiden Bürgerinitiativen haben soviel fachliches Know-how zur Realisierung des “4 in 10-Programms” in den eigenen Reihen, dass sich ein weiteres Gutachten, das nur wieder Geld kosten und Zeitaufschub bedeuten würde, für die Erstellung eines Nutzungskonzeptes des Gesamtdenkmals erübrigt. Das zeigt sich schon dadurch, dass sich unabhängig voneinander die Vorstellungen der Bürgerinitiativen mit den vorgetragenen Vorstellungen der Denkmalfachbehörden vollkommen decken.
Mit dem Potential von Professoren und anderen Fachleuten der Architektur, der Geschichte und der Kunsthistorie in den Gremien des Vereins sowie mit den Erfahrungen, die die Bürgerinitiativen bei vergleichbaren Projekten eingeholt haben, ließe sich aus eigener Kraft der Bürger das Zukunftsprojekt Haus Meer realisieren.

 
8.
Selbstverwaltung oder staatliches Verfahren?

In Weiterführung des Stadtmarketingkonzeptes könnte ein Ausschuß Haus Meer installiert werden, der sich mit dem Nutzungskonzept befasst. Sollten sich Bürger, Politik und Verwaltung, nachdem das Grundstück von dem Eigentümer erworben wurde, nicht auf Selbstverwaltungsebene auf eine Nutzung des Gesamtdenkmals Haus Meer einigen können, so stünde ein Moderationsverfahren der staatlichen Denkmalpflege an.

In einer Korrespondenz des Leiters des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege, Prof. Dr. Udo Mainzer, mit dem Förderverein teilte dieser zur Untersuchung der FH Köln folgendes mit:

“Im Rahmen dieser Studie werden die denkmalwerten Elemente des Areals erstmals auch im Detail erfasst und bewertet. Auf dieser Grundlage sollen im Anschluß mögliche sinnvolle Perspektiven für das Gelände entwickelt werden. Wir könnten uns vorstellen, dass das von Ihnen erwähnte Moderationsverfahren durchaus eine Möglichkeit darstellt, sich ... mit Alternativen zur zukünftigen Nutzung des Areals auseinanderzusetzen.
Gerne nehmen wir Ihren Vorschlag auf und werden bei der Stadt Meerbusch ein solches Moderationsverfahren zu gegebener Zeit anregen.”



   
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